Die Spitzenreiter bei den Beiträgen zur Wertentwicklung des Fonds im August waren Sinch, Giffron und NYAB, bei den Schlusslichtern handelte es sich um Limbach, United Natural Foods und Brink‘s.
Der Kursanstieg von Sinch war eher stimmungs- als nachrichtenbedingt, da der Markt Unternehmen höher bewertete, die möglicherweise vom verstärkten Einsatz von KI profitieren werden, während Griffon und NYAB zulegten, nachdem sie gute Zahlen vorgelegt hatten. Der Garagentorhersteller Griffon stellt nach wie vor eine starke Preissetzungsmacht unter Beweis, erreichte er doch an einem schwachen Markt ein organisches Wachstum von 7 %, das zum großen Teil mit Preiserhöhungen zu erklären ist. Das Infrastrukturunternehmen NYAB hingegen profitiert weiterhin von hohen Investitionen in den Bereichen Energie, Stromnetze und Transport in Nordschweden und Finnland, die im zweiten Quartal zu einem Umsatzplus von 19 % und einem deutlichen Anstieg der Margen führte (die EBIT-Marge stieg von 4,2 % auf 5,1 %).
Bei den Schlusslichtern erhielt Limbach die Quittung für einen ausgesprochen schlechten Quartalsbericht, in dessen Folge die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt wurde. Die Nachfrage litt unter Verzögerungen bei der Budgetplanung im Gesundheitswesen der USA, die dazu führte, dass Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen neue Investitionen und Wartungsarbeiten verschoben haben. Gleichzeitig sah sich Limbach gezwungen, aufgrund des Booms bei Rechenzentren einen immer höheren Lohndruck in der Baubranche zu absorbieren, ohne diese Kostensteigerungen an seine Kunden weitergeben zu können, die primär außerhalb des Sektors Rechenzentren anzutreffen sind.
Ereignisse und Trends am Markt
Der MSCI World (EUR) legte im August um 1,7 % zu, der Zuwachs im bisherigen Jahresverlauf summierte sich damit auf 15,6 %. Wie Sie sich vielleicht erinnern, waren wir mit der Erwartung von 14 % Gewinnwachstum für 2026 in das Jahr gestartet – diese Prognose wurde seither auf 22 % nach oben korrigiert, während für 2027 weitere 14 % Wachstum erwartet werden. Diese starke Gewinndynamik hat der Börse ausreichend Rückenwind gegeben, um dem Gegenwind in Form höherer Energiepreise und steigender langfristiger Zinsen zu trotzen. Die USA „feierten“ unlängst einen Staatsschuldenstand von 40 Billionen Dollar, was zu einer erhöhten Kreditnachfrage beiträgt und die Anleihezinsen weiter steigen lässt.
Die Zwischenberichte für das 2. Quartal 2026 fielen deutlich besser aus als erwartet. Die Ergebnisse sind jedoch ein wenig geschönt durch nicht realisierte Wertzuwächse von Beteiligungen an SpaceX und Anthropic, die von Unternehmen wie Alphabet und Amazon als Erlöse gebucht wurden. Nach Bereinigung um diese Einmaleffekte stand dennoch ein organisches Gewinnwachstum um solide 24 % sowohl in den USA als auch in Europa zu Buche.
Wir haben zudem das Umsatzplus von 100 % von Nvidia sowie das vom Vorstand prognostizierte Plus von 70 % bei den Verkaufszahlen im kommenden Jahr registriert – deutlich über den Erwartungen der Analysten – was weitere Argumente zugunsten des Themas KI-Ausbau beisteuert.
Wir gehen davon aus, dass die Märkte im zweiten Halbjahr weiter zulegen werden, wenn auch mit der üblichen höheren Volatilität im September. Das 4. Quartal 2026 rückt näher, und damit wird sich die Aufmerksamkeit verstärkt auf die amerikanischen Midterm-Wahlen und die Frage richten, ob die Regierung Trump die Kontrolle über Kongress und Senat behält.
Portfolioveränderungen
Im August kauften wir mit Alten und CAF zwei neue Positionen und verkauften zugleich vier Positionen: Group 1 Automotive, IIFL Finance, Ingram Micro und Limbach. Die Anlegethesen für Group 1 Automotive und Limbach, die jeweils von resilienten Geschäftsmodellen ausgingen, haben sich nicht wie erwartet entwickelt, und wir können kurzfristig keine deutliche Verbesserung erkennen. IIFL war nur noch eine geringfügige Position, seit die indischen Steuerbehörden zu Jahresbeginn eine Sonderprüfung des Unternehmens eingeleitet hatten. Ingram Micro hingegen war eine erfolgreiche Special Situation, die in nur wenigen Monaten unsere Zielrendite erreicht hat. Nachfolgend eine kurze Beschreibung unserer beiden neuen Positionen:
Alten: Ein global tätiges Technologieberatungsunternehmen, das seine Kunden bei Produktentwicklung, F+E und Digitalisierung unterstützt. Das Unternehmen kann auf eine Erfolgsbilanz verweisen mit 15 % jährlichem Umsatzwachstum in den vergangenen 25 Jahren durch eine Kombination aus organischem Wachstum und übernahmebedingtem Wachstum. Nach einigen Jahren mit immer geringerer Wachstumsdynamik und negativer Margenentwicklung ist davon auszugehen, dass das Wachstum wieder Fahrt aufnimmt, wenn schnell wachsende Bereiche wie Verteidigung, Luftfahrt und Energie einen größeren Teil der Geschäftstätigkeit abdecken, während eine stärkere Auslastung der Kapazitäten die operative Marge auf historische Höchstwerte von ca. 10 % steigern dürfte.
CAF: Ein europäischer Hersteller von Zügen und Bussen, der von hohen Investitionen in den öffentlichen Verkehr und die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte profitiert. Angesichts eines Rekord-Auftragsbestands von rund 18 Milliarden EUR, der vier Jahresumsätzen entspricht, ist zu erwarten, dass das Unternehmen im verbleibenden Teil des Jahrzehnts ein zweistelliges Wachstumstempo erzielen wird, während das Auslaufen älterer Aufträge mit geringeren Margen und ein höherer Preis pro Einheit bei neuen Aufträgen die operative Marke auf historische Rekordwerte von 7-8 % steigen lassen dürfte.
Fondspositionierung
Der Fonds besteht derzeit aus 34 Unternehmen mit Engagement in mehreren unterschiedlichen Sektoren und Regionen, die aufgrund der unternehmensspezifischen Leistungen sorgfältig ausgewählt wurden. Längerfristig sind wir der Ansicht, dass ein konzentrierter, gleichzeitig aber diversifizierter, aktiv verwalteter Small-Cap-Fonds mit dem Schwerpunkt Stock-Picking die Voraussetzungen bietet, um eine gute Rendite für die Anteilsinhaber zu erwirtschaften.
*MSCI ACWI Small Cap NTR $ in EUR


